Gestern hatten Frank und ich gemeinsam mit einigen Christen aus der Umgebung einen Straßeneinsatz in Siegen. Bei beinahe zu schönem Sonnenschein hatten wir relativ gute Zuhörerzahlen.
Ein Gespräch mit einem Mann hat mich besonders bewegt. Er meinte, er wäre immer mal wieder in eine Gemeinde gegangen, aber er wäre nicht zu überzeugen. Natürlich habe ich direkt nachgehakt, woran es läge. Sinngemäße Antwort: "Es gibt so viele Schriften, die älter sind, als die Bibel. Wieso soll ausgerechnet die Bibel recht haben?"
Weiter erzählte er von einer Gemeinde, die er einige Zeit relativ regelmäßig besucht hatte und von dem damaligen Pastor. "Das wäre der einzige gewesen, der mich hätte überzeugen können. Der war Missionar, war belesen und wusste immer eine gute, sachliche Antwort. Nicht so, wie es viele machen, die als direkt sagen 'Das steht so in der Bibel. Also muss das so sein.'"
Meine Feststellung ist bereits seit längerer Zeit, dass wir Christen uns viel zu sehr vor sachlicher Wissenschaft fürchten. Woran liegt das? Haben wir Angst, dass die Wissenschaft tatsächlich unseren Glauben widerlegt? Ich muss sagen, wenn wissenschaftlich mein Glaube tatsächlich widerlegt würde, dann würde ich meinen Glauben aufgeben. Eben wie Paulus es selbst sagt. "Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich." (1Kor 15,14)
Dieses Wagnis müssen wir eingehen. Denn wenn ich beispielsweise jemandem erkläre, dass ich das Wissen habe, dass Gott existiert, wird er natürlich fragen, woher ich das wissen will. Wenn dann meine Behauptung ist: "Ich fühle es.", ist dem anderen nicht geholfen. Gefühle können täuschen. Wenn ich aber logische Beweise für die Existenz Gottes bringen kann, und dass es tatsächlich Sinn macht, der Bibel zu glauben, werde ich "glaubwürdig".
Mich würde interessieren, wie Saulus argumentiert hat, nachdem er zum Glauben gekommen war. Seine Argumente und seine Beweisführung muss gewaltig gewesen sein. (Apg 9,22)
Voraussetzung dafür ist allerdings, dass wir unbedingt unsere Bibel kennen. Aber nicht nur. Sondern wir müssen auch zusehen, womit wir unseren Kopf weiterhin füllen. Was ich zum Beispiel empfehlen kann ist folgenden Buch:
Wenn Skeptiker fragen? - Fragen an den christlichen Glauben
Norman L. Geisler und Ron M. Brooks
An dieser Stelle noch ein Zitat von Sherlock Holmes:
"Der Höhepunkt der Kunst lässt sich jedoch nur erreichen, wenn der Forscher es versteht, alle Fakten zu nutzen, die zu seiner Kenntnis gelangen. Das setzt aber ein so universelles Wissen voraus, wie es selbst in unserer Zeit freier und allgemeiner Bildung nur Wenigen zugänglich ist. Dagegen scheint es mir nicht so ganz unmöglich, dass ein Mensch alles Wissen besitzt, das ihm in seinem Fach nützlich werden kann, und dies zu erwerben habe ich mich redlich bemüht... Und ich sage, heute wie damals: Der Mensch soll seine kleinen Gehirnkammern mit dem füllen, was er voraussichtlich brauchen wird. Das Übrige kann er in den dunkelsten Winkel seiner Bibliothek stecken, wo er es im Notfall findet."
Kurzes Hallo
Vor 16 Stunden
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