Montag, 2. Mai 2011

Beziehungskonzept Lieblingsfeind:

Es begann vor beinahe zwei Jahren. Outreach Ulmbachtalsperre. Gottesdienst Sonntag Morgen.
Schritt 1 für die Entstehung des Lieblingsfeindes:
Wir singen gemeinsam den Klassiker "Danke für diesen guten Morgen". In der zweiten Strophe heißt es: "Danke, wenn auch dem größten Feinde ich verzeihen kann." Wie immer schießen mir viele Gedanken quer durch den Kopf. Nicht alle sind sinnvoll, manche aber (hoffentlich) doch. Während dieses Verses war der Gedanke allerdings nicht sonderlich ruhmreich. Und zu meiner Nachbarin, einer Teamlerin, gewandt rutschte mir doch glatt raus: "Wieso guckst du mich bei >Feind< so an?"
Schritt 2 für die Entstehung des Lieblingsfeindes:
Nach dem Gottesdienst und meiner Predigt über die Helden Davids wollte ich sie noch einmal bisschen damit aufziehen (im Siegerland nennt man das frotzeln). Doch ihre Antwort war: "Und wie kommt es, dass du in deiner Predigt als du von den Feinden gesprochen hast, mich angeschaut hast?" Naja, es war keine Absicht. Aber von da an waren wir "Feinde". Allerdings wollten wir natürlich keine richtige Feindschaft. Das wäre einem Missionseinsatz nicht dienlich. Auch verstanden wir uns dafür denn doch zu gut. Daher kamen wir auf spontan auf den Begriff "Lieblingsfeind".
Aber was macht so eine Lieblingsfeindschaft aus?
Eigentlich ist das was echt praktisches. Natürlich hat jeder mal so einen Tag, an dem er auf irgendjemand nicht sonderlich gut zu sprechen ist. Muss ja nicht direkt Hass sein. Aber gerade dann ist es hilfreich, wenn du dir sagen kannst: "Hör auf, auf diese Person böse zu sein. So viel Ärger ist der/die nicht wert. Eine solche Beachtung hat nur dein Lieblingsfeind verdient!" Natürlich ist dann nicht die Folge, dass ich auf meinen Lieblingsfeind böse bin. Nein, eigentlich muss ich eher schmunzeln oder sogar lachen... Na? Ist das nicht hilfreich?