Sonntag, 30. November 2008

Die Kinderprogramme

Ich wurde gebeten, mal was zu den Kinderprogrammen zu schreiben, und besonders, was ich da mache. Dazu muss ich erst mal den Ablauf eines Kinderprogrammes erklären. Das Kinderprogramm besteht aus drei Teilen:
* Pre Opening
* Opening
* Lesson

Pre Opening bedeutet, dass vor dem offiziellen Start des Programmes mit Micro von der Bühne aus die ersten Kinder "angelockt" werden. Also einladen und animieren. Das heißt viel reden und Spiele mit den Kindern machen.

Offizieller Start ist der Countdown und Trillerpfeife. Der Beginn des Openings. Das beinhaltet:
~ Begrüßung
~ die drei Regeln (Sitze auf der grünen Plane, Komm nicht auf die Bühne, die Pfeife bedeutet leise!)
~ Gebet
~ Die vier wichtigsten Dinge der Welt (#1 Gott liebt mich, #2 Ich habe gesündigt, #3 Jesus starb für mich, #4 Ich muss mich dafür entscheiden, für Jesus zu leben!)
~ Lied
~ Spiel(e)
Offiziell gehört noch mehr dazu, aber in unserem Team lassen wir manches aus. Unter Anderem weil es jetzt kalt ist, und wir die Kinder nicht zu lange draußen halten können.

Der dritte Block beginnt mit dem "Quiet Seat". Den Kids wird erklärt, dass jetzt, während der Lesson absolute Ruhe gilt. Auf jeder Seite sind vier Balons, links für die Jungs, rechts für die Mädchen. Wenn jemand redet oder stört, wird ein Balon geplatzt. Wenn alle vier Balons geplatzt sind, gibt es am Ende keine Süßigkeiten. Nach der Erklärung wird die Trillerpfeife gepfiffen.
~ Lesson Intro - Das Thema wird vorgestellt, inklusive Bibelvers
~ Biblische Geschichte mit dem gleichen Zielgedanken
~ Objektlesson - Eine Verdeutlichung des Zielgedankens mit einem Unterpunkt. Normalerweise stehen immer zwei Objektlesson und Unterpunkte auf dem Programm aber aus Kälte-Gründen lassen wir meistens einen weg.
~ Life Lesson - Eine kurze Fabel die wieder den Hauptgedanken festnagelt.
~ Entscheidung - Am Ende jeden Programmes haben die Kinder die Möglichkeit, eine Entscheidung zu treffen, dem Tageszielgedanken zu folgen.

Diese Angaben sind natürlich ohne Gewehr ;-)

So, jetzt zu meinen Aufgaben. Grundsätzlich gibt es durch das ganze Programm drei Positionen:
A) Die Person am Micro
B) Die Person im Hintergrund, die alles vorbereitet und die Musik steuert
C) Die Person, die draußen bei den Kids ist

Diese Positionen wechseln von Tag zu Tag. Also irgendeine Aufgabe hat man immer. Ungefähr einen Tag pro Woche bin ich mit dem Pre Opening oder dem Opening dran. Für die Spiele auch öfter, da sinnvollerweise ein Mann und eine Frau am Micro sind um bei dem Spielen Jungs gegen Mädchen zu spielen.

Jede Woche bin ich für einen Teil der Lesson zuständig. Das wechselt ständig. So z.B. diese Woche für das Lesson Intro. Thema ist "Wende dich nicht von Jesus ab". Die Richtung dabei soll sein "Mach keine Kompromisse". Den Unterpunkt, den ich nur kurz erwähne und den wir dann in der Objektlesson aufgreifen habe ich gerade nicht auswendig im Kopf. Aber ich werde die Lesson mal noch etwas überarbeiten und dann hier mal veröffentlichen.

Freitag, 28. November 2008

Zeitnot

In den letzten Tagen habe ich mich hier kaum sehen lassen. Und so wird es auch die nächsten Tage noch sein. Im Moment gibt es einiges an Hausaufgaben zu erledigen. Wir müssen ein Portfolio von unseren Aufgaben hier erstellen, fünf Mitarbeiter interviewen, einen Wochenüberblick schreiben und noch einiges mehr. Das alles muss bis Mittwoch Vormittag erledigt sein. Daher werde ich bis dahin erstmal wenig schreiben, falls überhaupt. Aber Eure Kommentare werde ich lesen. So viel Zeit muss sein ;-)

Sonntag, 23. November 2008

Bilder retten...

Mir war klar, dass die Gegend gefährlich ist. Ich habe sogar damit gerechnet, dass mir irgendwie mein Laptop oder meine Kamera abhanden kommt. Bisher ist das Gott sei Dank nicht der Fall gewesen. Sicherheitshalber habe ich mir aber ein kleines Programm auf meinen Memory Stick installiert, mit dem man gelöschte Dateien wiederherstellen kann. Natürlich geht das nur begrenzt. Denn sobald neue Dateien gespeichert werden, werden die alten Dateien überschrieben. Wenn aber z.B. auf der Digitalkamera keine weiteren Bilder gemacht wurden, nachdem die Bilder gelöscht wurden, kann man fast alles wiederherstellen.
Bisher ist mir das noch nicht passiert, dass ich versehentlich wichtige Bilder gelöscht habe, aber irgendwie ist es jetzt schon einigen passiert, dass sie auf der Kamera eine falsche Taste gedrückt haben. Mittlerweile habe ich schon vier Kameras, beziehungsweise die Bilder retten können. Ungefähr zwischen 70-100% konnte ich jeweils retten. Mann bin ich froh, dass ich diese Idee hatte. Und die anderen erst ;-)
Schön, dass man auch auf diese Art jemandem helfen kann!

Freitag, 21. November 2008

wieder ein etwas anderer Tag


Erst der Zwischenstand: Mir geht es schon wieder etwas besser. Die Kopfschmerzen haben nachgelassen. Nur noch der Hals kratzt und Husten ist noch nicht ganz verschwunden. Aber das wird schon wieder.
Heute haben wir zu siebt Weihnachtsstrümpfe gefüllt. Zu Weihnachten bekommt jedes Kind einen solchen Strumpf geschenkt. Insgesamt haben wir mit sieben Leuten 1190 Socken vorbereitet.
Deshalb konnte ich dann nicht an unseren heutigen Sidewalk-Kinderstunden teilnehmen. Dabei habe ich dann etwas verpasst. Mein Team hat mir folgendes Erlebnis berichtet: Sie standen an der roten Ampel. Die Andere Seite hatte grün. Doch ein Fahrradfahrer fuhr trotzdem über die Ampel. (Das ist hier üblich, auch für Fußgänger.) Doch es kam ein Auto. Es konnte gerade noch bremsen und es kam nicht zu einem Zusammenstoß. Aber der Fahrer sprang aus dem Auto und die Beiden begannen einen Streit. So nach dem Motto: "Hey, was willst du überhaupt?" Machoartig. Der Fahrradfahrer stellte sein Fahrrad zur Seite und sie waren kurz davor sich zu prügeln, als ein zweiter Mann aus dem Auto ausstieg. Meine Freunde folgten mit ihrem Blick dem Fahrradfahrer, der plötzlich wegrannte. Als ihr Blick zurück zum Schauplatz kam, entdeckten sie, dass einer der Männer eine Pistole in der Hand hielt. Aber nichts passierte. Der Fahrradfahrer konnte entkommen.
Aber was ist das für eine Gesellschaft, wo Menschen erschossen werden, weil sie bei Rot die Straße überqueren???

Mittwoch, 19. November 2008

Wenn die Matrix auf Windows basieren würde:

Dann würde einiges schief laufen:

Gesundheit

Seit ein paar Tagen kratzt mir der Hals und seit Montag habe ich Kopfschmerzen. Ich möchte mich nicht beschweren, denn seit Anfang der Zeit hier geht schon die Grippe um. Und wenn man so Eng zusammen lebt, ist es nur eine Frage der Zeit bis es einen erwischt. Aber ich kämpfe noch weiter. Bis jetzt bin ich noch nicht zu einem "Ausfall" geworden. Und ich habe auch nicht vor, zu einem zu werden. Ich hoffe, es geht mir bald wieder besser.
Heute werde ich wieder Visitation haben. Das heißt, dass ich überwiegend in Häusern sein werde. Das ist ganz gut. Da stört es mich nicht, dass es kälter geworden ist. Gestern morgen hatten wir ein paar einzelne Schneeflocken und heute morgen hatten wir den ersten Frost. Aber das ist ja nicht zu dem, was Euch am Freitag erwartet. Irgendwie tut es mir Leid, dass ich das verpasse ;-)

Montag, 17. November 2008

Über die Hälfte schon vorbei

Kaum zu glauben. Aber es sind nur noch fünf Wochen bis zum Rückflug. Die Zeit geht so schnell um. Deshalb habe ich diesen Countdown eingerichtet. Dann könnt Ihr alle genau sehen, wie lange es noch bis Weihnachten dauert. Und bis ich in Frankfurt lande.
Bis jetzt muss ich sagen, dass wir eine sehr gute Zeit haben. Besonders das Wetter spielte bis jetzt gut mit. Wir hatten erst zwei Regentage, die uns einen Teil der Kinderstunden vermasselt haben. Aber das macht ja nichts. Wir sind dann einfach von Haustür zu Haustür gezogen und haben kleine kurze Kinderprogramme gemacht. Jeweils mit 1-4 Kindern. Zwischendurch hatten wir auch schon paar kalte Tage, aber noch nicht zu extrem. Wahrscheinlich wird es diese Woche bis 0° runter gehen. Das hätte letzte Woche gut gepasst. Wir hatten Eskimowoche. Die ersten Tage war es auch recht kühl. Aber die letzten Tage waren doch recht warm. Zwischendurch zum arbeiten war ich immer noch im T-Shirt draußen. Aber für die kommende Woche sieht es anders aus. Das ist schade, denn jetzt haben wir Afrikawoche. Ich habe keine Ahnung, wer diesen Plan erstellt hat ;-)

Mittwoch, 12. November 2008

Das ist die bittere Realität...



Als wir uns heute Nachmittag vor der Abfahrt zum Gebet trafen, wurde uns mitgeteilt, dass in der Siedlung in die wir heute fahren würden, gestern ein Mann erschossen wurde. Da kommt man schon ins Grübeln. Wie sicher sind wir an diesem Platz? Wie sicher sind "unsere" Kinder? Was geht hinter den Kulissen wirklich ab?
Ein Junge, der bei unserem letzten Kinderprogramm dabei war, zeigt mir den Steckbrief. Er hat selbst das Blut gesehen. Die Polizei hat überhaupt keine Ahnung. Laut Bemerkungen aus der Nachbarschaft hängt es wieder mit den "Bloods und Crips" zusammen. Das kann ich mir gut vorstellen. In den letzten Tagen habe ich immer wieder von ihnen gehört. Zwischen den zwei großen Gangs kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen.
Als wir heute an unserem ersten Platz ankamen, wurde uns erzählt, dass es an diesem Tag, ungefähr 1 1/2 Stunden bevor wir ankamen, auch eine Schießerei gab. Es fielen neun Schüsse auf der Rückseite eines Wohnblocks. Die Polizei hat natürlich nicht eingegriffen. Sie standen auf der Vorderseite des Hauses. Was hätten sie auch machen sollen? Sie mussten ja auch ihr eigenes Leben schützen.

US-Wahlen

So, jetzt will ich auch mal noch meinen Senf dazu geben. Ich werde hier keine klare Stellung beziehen. Aber dafür mal die Erlebnisse hier berichten. Letzte Woche Dienstag war hier Schulfrei. Die Schulen wurden als Wahllokale benutzt.
Auffallend war, wie sehr es den Amerikanern hier auf dem Herzen liegt, dass so viele Menschen wie möglich zur Wahl gehen. Ich wurde mehrfach gefragt, wen ich denn wähle oder gewählt hatte. Natürlich konnte ich daraufhin gut ausweichen, da ich ja als Deutscher nicht wahlberechtigt bin. Selbst fremde Leute auf der Straße haben mich am Dienstag gefragt, ob ich auch ja schon gewählt hätte.
Da hier in der Gegend überwiegend Afro-Amerikanische und Hispanische Einwohner leben, war für Brooklyn die Wahl schon ziemlich schnell entschieden. Und so als Weiser zwischendrin muss ich sagen, ist es wahrscheinlich sicherer für mich gewesen, dass Obama gewonnen hat. Ich kann mir vorstellen, dass es sonst schnell zu übergriffen auf Weise geführt hätte.
Den Dienstag Abend, nachdem wir von den Sidewalk-Kinderstunden zurück waren habe ich mich dann an meinen Laptop gesetzt und bei ARD etwas den Verlauf verfolgt. Nebenher konnte ich einiges an Papierkram erledigen. Als ich dann gerade im Bett lag, die Uhr zeigte 11:06, gab es auf einmal ein lautes Geschrei. "Obama! Obama!" In der Ferne waren sogar Freudenschüsse zu hören. Die Wahl war entschieden.
Was jetzt daraus wird, wird sich zeigen. Aber durch Zufall"?" bin ich den nächsten Tag auf Sprüche 21,1 gestoßen. Da steht:
"Des Königs Herz ist in der Hand des HERRN wie Wasserbäche, und er neiget es, wohin er will."
So gesehen blicke ich mal positiv in die Zukunft. Mal schauen, was kommt.

Übrigens wird es genau so spannend sein, wie es mit der Palin weiter geht. Den Beitrag von ZDF finde ich sehr interessant:
Link-ZDF

Montag, 10. November 2008

gestern Abend

Unsere Gasteltern haben für uns gestern einen überraschungsabend organisiert. Mit einem der Schulbusse sind wir zur Brooklyn Bridge gefahren und haben dort die Aussicht auf Manhatten genießen können. Einfach grandios, Manhatten bei Nacht. Einen Spaziergang über die Brücke haben wir dann zum Gebet genutzt.
Ich denke, ich werde dort noch einmal hinfahren, um mehr Zeit für Bilder zu haben.

Sonntag, 9. November 2008

Heute

Tja, hier gibt es heute wenig zu berichten. Wir hatten Gottesdienst heute Morgen und danach habe ich mir eine schöne Winterjacke und eine Regenjacke gekauft. Jetzt bin ich prepared.
Aber in Deutschland war heute unser Missionstag. Ich bin echt gespannt, wie der war. Ihr könnt ja mal bisschen was schreiben. Ich weiß nur von einem Bericht ;-)

Samstag, 8. November 2008

kaum zu glauben

ich habe ehrlich gesagt nicht damit gerechnet. Aber ich habe den Test bestanden. Mindestprozentzahl um zu bestehen war 70%. doch während ich geschrieben habe, ist mir schon aufgefallen, dass ich einige Fragen ausgelassen habe um später noch einmal näher dabei zu schauen. Doch dafür hat die Zeit nicht mehr gereicht. Ganz realistisch habe ich daher damit gerechnet, dass ich die 70% nicht erreiche. Mein Traum war 71%. Und hier jetzt das Ergebnis, ich habe meine Hoffnungen übertroffen: 72% :-D

Mittwoch, 5. November 2008

Der Tag davor

der Donnerstag war ähnlich spannend. Donnerstags sind wir in einer Siedlung, die sich "Marcy" nennt. Das Besondere an diesem Donnerstag war, das an diesem Tag ein großes Treffen der zwei mit-größten Gangs der USA war. Die Bloods und die Crips. Natürlich weiß davon niemand offiziell. Aber das ist einer der Vorteile, wenn man wie Metro in die Jugendarbeit involviert ist. So waren wir vorgewarnt. An diesem Tag durften wir nichts rotes oder blaues anziehen. Um niemanden zu provozieren.
Auch an dem Donnerstag haben wir unsere Programme kurz gehalten, besonders als es dunkel wurde. Aber in Marcy blieb es friedlich. Zumindest bis wir fort waren. Mehr weiß ich noch nicht.

so, es wird wieder Zeit, dass ich was schreibe...


Die letzte Woche war recht spannend. Vergangenen Freitag war ja bekanntlich Halloween. Das bedeutet nicht nur, dass sich viele Leute verkleiden und an den Türen betteln. Durch "Trick or treat" (= Süßes oder Saures) kommt es schnell auch zu Gewalt. Daher waren unsere Kinderprogramme am Freitag deutlich kürzer. An unserem Platz in Farragut gab es zwar keine Angriffe auf uns, aber bei unserem letzten Programm hatten wir anstatt 30 Kindern nur 5. Entweder haben ihre Eltern sie nicht raus gelassen, oder sie waren auf irgendwelchen Halloweenfeiern.
Damit ging es uns noch ganz gut. Freitags teilt sich unser Teram auf. Unsere andere Hälfte wurde mit Eiern beworfen und sie mussten die Polizei rufen. So ging es mehreren Teams. Einige wurden mit Eiern oder Steinen attackiert. Aber keiner wurde verletzt.
In Brooklyn Downtown soll es schießerein gegeben haben und auch Tote, aber davon sind wir Gott sei Dank weit genug entfernt gewesen.