Montag, 9. November 2009

Ganz herzlichen Dank

Ein paar Lesern ist es aufgefallen! Ich habe mich doch tatsächlich vertippt...
Das Datum vom Jugendmissionstag war falsch. Sowohl hier als auch auf unserer OAC-Homepage. Nicht der 14.8. sonder am 14.11. findet der Jugendmissionstag in Haiger statt! Bitte korrigiert es und kommt am Samstag!

Und für alle diejenigen, die gestern nicht kommen konnten:
Hier könnt ihr wenigstens noch meinen Bericht nachlesen:

Tagesthema: Der Mensch, den Gott gebraucht!

Verfügbar…


Situationsbeschreibung

Vergangene Woche durfte ich mit unserem heutigen Chor zusammen im Jugendgefängnis in Siegburg zwei Gottesdienste halten. Als wir auf das Gelände kamen, schoss mir sofort ein Gedanke durch den Kopf. Das sieht aus wie in Brooklyn. Die gleichen Ziegelsteingebäude. Vergitterte Fenster. Hohe Zäune mit Stacheldraht. Der Unterschied ist nur, in Siegburg soll es die Ausbrecher drinnen halten, und in Brooklyn die Einbrecher draußen. Das ist der Ausblick aus unserem Fenster. Hier der Stacheldraht an unserem Zaun.
In Brooklyn lernt man, sich anders zu verhalten. Die ersten Tage durften wir nur mindestens zu viert das Haus verlassen. Diese Straßen durften wir die ersten Wochen überhaupt nicht gehen. In unserer Nachbarstraße wurde gedroht, Weiße zu erschießen, wenn sie vorbei kommen. Wenn man auf der Straße unterwegs ist, schaut man IMMER! was um einen rum passiert. Wer läuft wo. Was sind das für Typen. Ist irgendetwas komisch SOFORT Straßenseite wechseln. Das braucht einige Zeit, bis man dafür den Sinn entwickelt hat. Eine Nacht rannten einige Jugendliche schreiend durch die Straße. Einer meiner Zimmergenossen schaute aus dem Fenster. Kurze Zeit darauf leuchtete ein roter Punkt in unser Zimmer. Ich weiß nicht, ob es NUR ein Laserpointer war, oder ob eine Waffe damit verbunden war.
Tags über ist es kein Problem, überall unterwegs zu sein. Doch nachts sind die Grenzen klar gesteckt. Da solltest du besser regelmäßig über die Schulter schauen. Nach Feierabend wissen die Leute genau, wer in diese Gegend gehört, und wer nicht.
Letzte Woche war Halloween. Lebensgefahr! Dort sind nicht die Kinder unterwegs, sondern die jungen Männer. Auf der Suche nach Frauen zum Vergewaltigen und Männer zum kämpfen. 20 Minuten von uns entfernt gab es Schießereien. Unser Einsatzauto wurde mit Eiern abgeschmissen. Andere Teams sogar mit Steinen oder haben ganz ihren Einsatz abgeblasen. Vergangenen Monat gab es in NY 37 Morde. 20 davon in Brooklyn. Fast 400 Morde in NY dieses Jahr. Und die depressive Jahreszeit hat gerade erst begonnen.

Dort wachsen Kinder auf – was können sie erwarten?
Frage: Was erwartet Kinder, die in dieser Gegend aufwachsen?
In der Bibelschule haben wir gelernt: „Kulturen sind Strategien zur Daseinsbewältigung.“ Die Strategie im Ghetto ist: „Überleben um jeden Preis.“ Al Capone ist hier geboren, hat seine Ausbildung gemacht und seine ersten Morde verübt. Einen Tag kamen wir an unseren Einsatzort. Eine Stunde vorher hat es dort noch eine Schießerei gegeben. Hier ist der Steckbrief. Eine Woche später kam ein besorgter Vater auf uns zu, ob wir nicht was gegen diese Gewalt machen könnten? Seine Tochter traute sich schon gar nicht mehr aus dem Badezimmer! Der zweite Steckbrief ist von einem Mord an zwei Männern gerade mal 5 Minuten von unserem Zentrum entfernt. Gewalt, Drogen, Prostitution und Alkohol. Ohne den Gangs gibt es kaum eine Überlebenschance. Die Crips und die Bloods sind zwei der größten Gangs in NY.

Arbeit von Metro
Umso wichtiger, dass diese Kinder von Jesus hören. Nur er kann sie aus diesem Strudel reißen. Aus diesem Grund ist die Arbeit von Metro Ministries entstanden. Ein Missionswerk mit drei Schwerpunkten:
1. Regelmäßige Kinderprogramme, sechs mal am Samstag mit jewails ca. 500 Kindern. Ich wünschte mir, ihr wärt alle mal dabei.
2. 16 Teams sind während der Woche mit LKWs in ganz New York unterwegs und machen Kinderprogramme im Freien.
3. Hausbesuche. Jedes Kind wird einmal pro Woche zu Hause besucht. Denn es sind keine Opfer der Gesellschaft, sondern Menschen.
Über die 30 Jahre hinweg ist diese Arbeit enorm gewachsen. Mittlerweile ist daraus eine eigene Jugendarbeit entstanden, eine Gemeinde mit drei Gottesdiensten und viele Kinderprogramme mit 15.000 Kindern jede Woche. In der Weihnachtszeit sogar 30.000.

Wie ist diese Arbeit möglich?
Mittlerweile arbeiten bei Metro Ministries 120 Mitarbeier vollzeitlich. Dazu kommen ca. 50 Praktikanten und viele Ehrenamtliche Mitarbeiter. Wieso machen sie das?
Gründer der Arbeit ist Bill Wilson. Er sagt: „Ich habe nie eine Stimme gehört. Ich habe keine Eingebung gehabt und auch keine Vision gesehen, auch wenn das ein schönes Zeugnis wäre.“
Er wurde Zeuge von 13 Morden. Er selbst wurde durch den Kiefer geschossen. Dennoch ist er seit 40 Jahren in dieser Arbeit. Warum?

Mir sind zwei Punkte klar geworden in der Zeit dort.
Ich könnte Predigten halten oder Bilder zeigen, dass sich jeder in die Mission geführt fühlt. Ein paar traurige Kinderaugen. Aber dann hältst du es dort keine Woche aus.
„Meine Hingabe ist stärker als meine Emotionen“. So sagt Bill Wilson. Ich habe auch manchmal keine Lust. Das ist nicht das Kriterium.
Du weißt nicht, ob du berufen bist? Deinen Ruf habe ich schriftlich. Er steht in Mt 28,18-20
Mission ist nicht die Frage “kannst du?”. Wenn es möglich wäre, dass wir nicht können, dann hätte Gott es nicht befohlen. Deshalb ist die Frage „wirst du?“
Röm. 8,30 „Die er aber vorherbestimmt hat (die Christen nämlich), die HAT er auch berufen;“ Berufen ist jeder Christ. Die Frage ist, stellst du dich ihm zur Verfügung?
Aber wo?
Wieder Bill Wilson: „Wenn der Herr mir die Augen des Herzens öffnet, werde die Dinge mein Herz brechen, die auch Gottes Herz brechen.“

Der Mensch, den Gott gebraucht, ist der Mensch, der sich von Gott gebrauchen lässt!

Er braucht dafür zwei Eigenschaften:
- Muss die Not sehen
- Gott zur Verfügung stehen

Mittwoch, 4. November 2009

Einladungen!

Tut mir Leid, jetzt habe ich mich länger nicht mehr gemeldet. Im Moment ist hier viel los. Eine ganze Menge zu tun.
Vergangenen Sonntag war ich mit einem Team im Gefängnis in Siegburg zum Gottesdienst. War eine schöne Zeit.

Kommenden Sonntag werden wir unseren Missionstag von OAC haben. Dazu lade ich euch alle ein. Dafür bin ich gerade auch am vorbereiten. Ist natürlich eine Menge zu tun. Gerade bin ich dabei, Lieder für den Nachmittag auszusuchen. Dabei fällt mir auf, dass es doch eine ganze Menge Lieder mit dem Thema Mission gibt. Aber irgendwie sind die total unbekannt. Schade...

Eine zweite Einladung ist der Jugendmissionstag in Haiger. Das werden sicher wieder geniale Seminare und hoffentlich gute Gespräche an den Infoständen.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Der neue Rundbrief ist da!

mein 100. Post! Damit verbunden die Ankündigung, mein neuer Rundbrief ist fertig. Wer ihn von Euch noch nicht bekommt, aber gerne bekommen würde, kann sich gerne bei mir melden. Egal, ob als Email oder per Post.
Viel Freude beim Lesen!

Dienstag, 22. September 2009

New York ist noch im Hinterkopf

Schon oft ist mir aufgefallen, dass mein NY-Denken noch Gewohnheit ist. Ich wohne in einem Wohnblock. Wenn ich nach Hause komme, mustere ich immer noch die Menschengruppen, die vor den Haus stehen. Im Nachhinein muss ich etwas darüber schmunzeln. Denn hier ist echt nicht die Gefahr, dass ich einfach mal so erschossen werde. Gestern Abend ist mir wieder so etwas aufgefallen. Ich war mit zwei jugendlichen Mädchen in Siegen. Als wir das Cafe verließen ist eines der Mädchen vor gegangen, das Andere kam hinter mir. Ich stoppte kurz, gehe dann aber weiter. Für mich war es in NY immer selbstverständlich, dass Mädchen vorne gehen, damit die Jungs auf die Mädchen aufpassen können. Sobald wir aus der Tür waren, war es voll automatisch, dass ich auch das zweite Mädchen vor ließ. Als ich ihnen das erzählte, verstanden sie es gut, hatten sich allerdings schon gewundert, dass ich so komisch gestoppt hatte. Ich hoffe, dass so einige automatische Verhaltensweisen tatsächlich bleiben. Denn vieles macht durchaus Sinn.

Montag, 21. September 2009

hat doch noch länger gedauert...

bis zum zweiten Eintrag. Das hat die Folge, dass ich jetzt wieder zwei Wochenenden zu berichten habe. Deshalb jetzt zwei auf einmal:
1. Wochenende in Köln.
In der Jugendgruppe der Gemeinde Köln-Ostheim hatten wir am Freitag einen Jugendabend. Natürlich zum Thema Mission. 56 Jugendliche waren da. Beeindruckend. Denn das ist schon fast eine eigene kleine Gemeinde. Samstag und Sonntag Nachmittags konnten wir gemeinsam mit einigen Jugendlichen Kinderprogramme in zwei Parks machen und Abends Straßeneinsätze in der Innenstadt. Eine besondere Geschichte: zwei der Jugendlichen hatten ein Gespräch mit einem Theologen. Sehr freundlich und intensiv. Nach über 45 min. verabschiedeten sie sich. Doch nach weiteren 10 min. kam er noch einmal vorbei um wieder 15 min. mit ihnen weiter zu sprechen. Im Nachhinein haben die Zwei seinen Stand so beschrieben: "Wir sind mit einem kleinen Haus zufrieden. Er hat Material für eine Prachtvilla bereitliegen. Doch er baut es nicht zusammen."
2. Open-Air-Gottesdienst in Laufdorf.
Gestern durfte ich in Laufdorf die Predigt halten. Jedes Jahr haben sie im September einen besonderen Gottesdienst. Dabei sind besonders die Familien eingeladen, deren Kinder im Sommer mit im Jungschar-Zeltlager waren. Nachmittags gibt es dann Spiele und die Bilder der Feizeit. Kombiniert war es dieses Jahr mit einem Vater-Kind-Tag am Samstag, bei dem einige dann bei der Grillhütte (wo auch der Gottesdienst statt fand) zelteten. Thema meiner Predigt war Treue und Vertrauen. Treue setzt Vertrauen voraus. Mein Gedanke war, unsere Treue Gott gegenüber in den Mittelpunkt zu stellen, weil wir Gott vertrauen können. Doch auch Gottes Treue uns Menschen gegenüber wurde gestern deutlich. Denn auf dem Hinweg hat es geregnet, den ganzen Tag über gab es immer wieder Donner und auch auf dem Rückweg wurde meine Frontscheibe wieder nass. Doch der Grillplatz blieb die ganze Zeit trocken. Diesem treuen Gott wollen wir vertrauen.